Letztes Feedback

Meta





 

Tag 2 - 07/04/13

Den ersten Tag mit gültigem Ticket haben wir auch gleich für uns genutzt. Nachdem wir erst mal ausgeschlafen haben (also bis wir wach waren, ich war schon um 9 wach) und gefrühstückt haben, haben wir uns mit Jean und Eylin, mit denen wir auch gestern schon auf Erkundung der Nachbarschaft gegangen sind, kurzgeschlossen. Wir haben uns dann ganz in Ruhe fertig gemacht und während unsere Gastmutter mit der Familie in der Kirche war uns aufgemacht um uns mit den andern beiden wie verabredet an der Bushaltestelle zu treffen. Doch auch Hannibal halt mal unrecht, es kann auch schön sein, wenn ein Plan nicht funktioniert (das ist aus dem A-Team, für alle Kulturbanausen unter euch). Die beiden mussten noch ihr Speicherkartenleerprojekt beenden, sodass wir sie im Endeffekt doch abgeholt haben (bei dem vielen Wandern werde ich noch richtig zum Ausdauersportler . . . nicht). Endlich alle beisammen, haben wir dann in den Bus gesetzt. Keine wusste genau wo wir hin wollen und wie wir da hinkommen, aber ausgerüstet mit einem Londonführer war eines klar: Sightseeing ist angesagt. Der Londonführer wurde schnell eingesteckt und quasi ignoriert, wenn auch zwischendurch immer wieder als Alibi kurz gezückt. Bei uns gilt einfach wer am Lautesten ist hat recht, also sind wir dahin gefahren wo Eylin hin wollte (sie weiß, das ist nur lieb gemeint). Als erfahrene Berliner U- und S-Bahnfahrer war natürlich auch das unübersichtlich Londoner System der öffentlichen Verkehrsmittel für uns leicht zu knacken, zur Not immer der Masse folgen. Doof nur, das gleich zu Beginn sich die „Masse“ die mit uns Lewisham aus dem Bus stieg sich auch sofort ich gleichgroßen Gruppen in wirklich alle Richtungen verteilten und wir erst mal um und im Busbahnhof dumm durch die Gegend gerannt sind. Wir wären vermutlich gar nicht so aufgefallen, wenn wir nicht selbst lauthals „die dummen Touristen“ wieder und wieder schreiend durch das unbekannte lebensgefährliche Terrain gestampft wären (die Briten fahren ja bekanntlich auf der falschen Seite – wie sind die eigentlich auf diese besonders schlaue Idee gekommen). Die Strapaze überlebt sind wir in die rail gestiegen – wir sind uns nicht ganz einig ob das wie die Berliner S- oder Regional bahn ist, da streiten sich die Gelehrten noch - und sind über Greenwich (auch die unwissenden wurden über die richtige Aussprache aufgeklärt, wir sind jetzt alle wissende), Mudchute (alias Muggleblut, diese Station wurde Harry Potter gewidmet) bis Heron Quais (alias Patrick Swazy, denn mir ist der Name Denis Quaid nicht über die Lippen gekommen und das war einfach das nächste). Dort mussten wir den in die Jubilee umstiegen (hierbei streiten sich die Gelehrten noch immer wie man den spaß denn jetzt ausspricht, es werden meist mehrere Versionen verwendet, ein wird schon richtig sein). Dort eingestiegen ging die Diskussion wieder los, wo wir denn am besten aussteigen. Eylin hat einfach die größte Klappe und daher sind wir über Waterloo (hoffentlich habt ihr jetzt den gleichen Ohrwurm wie wir hatten) nach Westminster gefahren , denn wie ja allgemein bekannt ist, ist London Bridge voll weit weg vom Schuss und sowieso voll hässlich – Zitat ende. An der frischen Luft wurde sich erst mal über die dummen Touristen aufgeregt – vor allem die Trottel mit Fahrrad – denn inzwischen hatten wir festgestellt, dass wir keine Touristen sondern Ausländer sind, denn schließlich wohnen wir in London. Sich über andere Leute aufregen kann man bei vielen als eine Art Freizeitsport betrachten und an einem Ort, wo Westminster Abbey und das Parlament mitsamt Clocktower und Big Ben aufeinander treffen, ist viel Fläche dafür geboten. Besonders lustig ist, wenn man Deutsche erwischt, die einen ganz böse angucken, weil sie alles verstanden haben, was man gerade so vollkommen lieb gemeintes gesagt haben. Als wir denn mit dem Spaß fertig waren haben wir uns todesmutig über die Straße begeben – ein Geisterfahrer nach dem anderen – und dort dann erst mal wie es sich gehört dumm rumgestanden und festgestellt, dass wir ja alle voll Hunger haben. Als sich dann auch Elise, eine aus unserer Workshop-Gruppe aus Berlin, zu uns gesellt hat, sind wir auf Essenssuche gegangen. In London ist das nicht unüblich. Natürlich hatten wir keine Lust in eine Touristenfalle zu gehen und extrem viel Geld für Essen auszugeben. Was machen dann 5 schlaue Deutsche? Wieder mal auf die Lauteste hören. Also sind wir zum Tower of London gefahren, da sollte es super fish ans ships geben. Auf dem Weg dahin konnten wir Elise über Ihre bisherigen Erfahrungen in London ausquetschen, weil sie schon seit 3 Wochen in London ist. Da keiner einen Plan hatte wo genau der Laden ist und wie man da vom Bahnhof am besten hinkommt sind wir erst mal in die total falsche Richtung gelaufen. Erst mal ist eigentlich der falsche Ausdruck, wir sind den falschen Weg immer weiter gegangen und wurden dann von so vielen Dingen abgelenkt und musste auch noch unbedingt Fotos machen und dabei hübsch posieren. Bis uns dann endlich wieder eingefallen ist, das wir ja Hunger haben. Also ging es weiter, inkl. weiterer Unterbrechung durch noch eine kleine Fotosession, zum fish and ships – Laden. 7 Pfund sollte eine Portion kosten, ziemlich heftig. Fish and ships oder nicht fish and ships, das war hier die Frage. Als uns dann eingefallen ist, dass keiner von uns Fisch ist, war die Sache beschlossen. Es musste schnell was neues gefunden werden. Zum Glück gab es um die Ecke einen Burgerladen. Vollkommen verhungert haben wir dann Burger beim Inder gegessen. Durch unsere umwerfende Präsenz hatten wir den Kellner sofort auf unserer Seite. Die Burger waren sehr lecker, was vermutlich hauptsächlich an unseren ausgehungerten Mägen gelegen hat. Aber sie haben uns satt und glücklich gemacht. Das ist schließlich die Hauptsachen. Gesättigt haben wir uns dann auf den Weg zum Piccadilly Circus gemacht, den wir wieder nur knapp lebend erreicht haben – wir werden uns hoffentlich noch an den Linksverkehr gewöhnen. Am Piccadilly Circus haben wir das gemacht was wir am besten können: dumm im Weg rumstehen und laut reden. Im Prinzip haben wir dort auch nicht viel mehr gemacht. Wir sind zwar noch aus dem Weg gegangen, aber im Prinzip haben wir die ganze Zeit über irgendwelchen Blödsinn gequatscht. So haben wir uns schließlich auch kennengelernt. Natürlich hatten wir auch hier noch eine kleine Fotosession. Die Truppe ist so super, mir haben die Wangen vor Lachen wehgetan und Lydia musste sogar heulen und wir werden alle mit einem Sixpack zurück nach Berlin kommen. Bevor wir beschlossen haben nach Hause zu fahren, weil die Gastfamilien und das Essen warteten, haben wir noch entschieden, dass wir ein Sprüchebuch einführen müssen und den ganzen Blödsinn festzuhalten, den wir so von uns geben und haben damit auch gleich angefangen. Dummerweise können wir die Distanzen und den Zeitaufwand für die Fahrtwege in London noch nicht so gut einschätzen, sodass wir alles zu spät nach Hause gekommen sind. Als verantwortungsvolle Personen haben wir aber natürlich Bescheid gegeben. Zu Hause angekommen, gab es dann essen und ich konnte mit Jule skypen. Wenn auch verspätet, weil wir beide von unserer Uhrzeit ausgegangen sind und wir ja zu spät zu Hause angekommen sind. Nachdem wir schon Pläne geschmiedet haben nur zu duschen, wenn unser Besuch da ist, da unser Warmwasser in der Dusche in unserem zimmereigenen Badezimmer nicht funktioniert, konnte ich oben im Hauptbadezimmer duschen. Nach dem Duschen wollte ich dann meinen (diesen) Blog posten, aber mein Passwort wurde von der Website einfach nicht mehr angenommen. Das wurde mir dann irgendwann zu viel und ich bin dann nach dem langen Tag schlafen gegangen.

2 Kommentare 10.4.13 00:03, kommentieren

Werbung


Tag 1 - 6/04/13

Wir sind laut, wir sind orientierungslos, aber wir sind hier.

Es ist richtig die Berliner sind los.

Es ist alles irgendwie ähnlich und doch irgendwie total anders.

Nachdem die Gruppe tröpfchenweise am Flughafen Schönefeld (Willy Brandt hat ja niemand vor zu eröffnen) eingetrudelt sind oder so gut wie jeder es geschafft hat von der - doch auch schon in Berlin - britischen Easy Jet Lady zum richtigen Kofferabgabe zu geraten, denn was soll das mit dem Speedboarding überhaupt, und wir endlich unsere Geliebten daheim gebliebenen verabschiedet haben und bei der Sicherheitskontrolle unser halbes Handgepäck wieder entleeren durften und dann endlich durch den engen Gang am Schlauch zum endgültigen Gate zu gelangen hieß es zum ersten Mal durchatmen. (Und ja wir oder zumindest ich habe mich geühlt wie dieser Satz -ja ich habe es geschafft daraus ein Satz zu machen - auf einen wirkt)


Wären nicht die lieben Irren, die schon mit Speedboarding noch schneller ins Fligzeug wollen und sich am liebsten durch so ne Tür quetschen würden durch die man am Besten allein gehen sollte, hätte auch in unserer Wartezeit nicht so viel Spaß gehabt.

Als wir endlich unsere Plätze hatten und unsere seatbelts gefastet haben, was uns der nuschelnde Brite auf seine liebenwerte Art mitteilte, haben wir es doch zu dritt geschafft mit unserer hochintelligenten und anspruchsvollen Gesprächen, der Frau vor uns Kopfschmerzen zu bereiten.

Nach 2 Stunden Flug - gefühlten 4 - mit ein paar netten, für meine Sitznachbarinnen und mich sehr positiv erregenden Turbulenzen - wir lieben fliegen - sind wir dann endlich in Luton angekommen.

Dort wurden wir dann von einer französischen TWIN-Mitarbeiterin abgeholt mit der wir dann im Shuttelbus, fast ganauso lang wie wir geflogen sind, zur TWIN-Schule gefahren sind.

Dort wurden wir von einer Frau sehr herzlich empfangen. Wir waren gut drauf und die haben sich darüber sehr gefreut und dachte erstmal wir verstehen nicht was wir sagen. Das hat sich dann aber schnell gelegt und aus dem übereinander reden wurde ein miteinander reden.

Lydia und ich wurden dann recht schnell von unserer Gastmutter abgeholt. Sie ist super lieb und auch sehr energiegeladen. Sie arbeitet im Gefängnis und ist eine alleinerziehende Mutter von 2 Kindern (Junge 6, Mädchen 11). Sie haben ein Au Pair Mädchen aus Romänien, die sehr ordentlich ist. Wir wohnen in einem (tiefergelegten) Haus und haben ein Zimmer mit separatem Eingang und Bad.

Nachdem wir die Hausregeln gelernt haben und uns halbwegs eingerichtet haben haben wir uns mit zwei anderen aus unserer Gruppen getroffen. Erst haben wir am falschen Haus geklingelt aber wir wurden dann glücklicherweise von denen abgefangen. Da wir alle am verhungern waren (so nen bisschen Schokolade macht nicht wirklich satt) sind wir erstmal an'ne Tanke Sandwiches und Trinken holen gegangen.

Gesättigt und damit auch gestärkt haben wir uns eine mindestens halbstündigen Spaziergang aufgemacht und sind zur Shoppingstraße gelaufen, da unsere Bustickets erst ab Sonntag gelten.

Wo waren wir als erstes? Primark. (Natürlich nachdem erstmal der EURO in PFUND umgetauscht wurde)
Das britische Primark ist viel schöner als das in Berlin. Es ist größer, leerer und die Sachen sind schöner - riechen tut es aber genauso. Wir haben Stunden darin verbracht und uns sogar verloren, denn während wir bei den Schuhen festgehangen haben - die waren nicht von diesem Planeten - hat Lydia den ganzen Laden nach uns abgesucht um dann bei Starbucks zu landen. Das Gute ist wir haben uns wiedergefunden.

Nachdem wir uns von dem Schock erholt haben wurden SIM-Karten besorgt und gleich eingerichtet. Jetzt sind wir mobil in UK.

Mit dem Bus ging es dann wieder nach Hause - den Marsch wollte keiner mehr hinter sich bringen, vorallem nicht mit den Primarktüten - und wer saß im Bus hinter uns eine Kerl aus Schöneberg. Herrlich wie klein doch die Welt ist.

Zu Hause wurde dann erstmal die Familie auf den laufenden Stand gebracht und Serie geguckt. Ohne meine Dosis geht es nicht, ich geb es zu ich bin ein Serienjunkie. Aber ... ich bin nicht die Einzige.

Den Abend haben wir mit den anderen beiden mit Bier und Pringels ruhig ausklingen lassen und sind dann auch erschöpft ins Bett gefallen - erst nachdem wir an den Füchsen vorbei waren. Das ist hier echt krasser als in Reinickendorf.

Mal gucken was die Nacht und der nächste Tag bringt.

Bilder folgen noch

7.4.13 11:31, kommentieren